Terra Serpentes
Terraristik ist mehr als nur ein Hobby

Abgabebedingungen

Da ich ein privater Züchter bin, der hobbymäßig zur Arterhaltung beiträgt, bin ich in keinster Weise darauf angewiesen Tiere veräußern zu müssen.  Ich will dass es jedem meine Tiere gut geht, auch den Nachzuchten die ich weiter geben, dass hat für mich oberste Priorität. Die paar Euro die man für eine Nachzucht erhält wiegen den Aufwand kaum auf (mehr dazu im Kapitel Preise), so dass man einsehen wird, dass es die Leidenschaft für diese schönen Tiere ist und eine Bestrebung zum echten, messbaren Natur- und Artenschutz, die den Hobbyzüchter von heute vorantreibt. 

Schlechte Haltungsbedingungen und Skandale durch Personen die den Tieren nicht gerecht werden können oder die Sache nicht ernst genug nehmen, schaden letztlich allen Haltern und Liebhabern gleichermaßen. Es ist also in unser aller Interesse dafür zu sorgen, dass nur Menschen die sich für die Haltung dieser Tiere eignen, auch eines dieser Tiere in die Hand bekommen. Dabei ist für mich ein Vertrauensvorschuss und eine Unschuldsvermutung wesentliche Vertrauensbasis und Grundvoraussetzung. Die geringe Anzahl an Schlangen in Tierheimen und auch die Erkenntnisse der Exopet-Studie zeigen ziemlich eindeutig, dass wir Reptilienhalter ziemlich vieles sehr richtig gemacht haben in der Vergangenheit, auch wenn wir öffentlich medial weniger gut wahrgenommen werden. Dass soll in jeden Fall auch so bleiben. Schwarze Schafe gibt es immer, doch sollte man wenigstens bestrebt sein, ihre Anzahl gering zu halten. 

Genau aus diesen Grund ist es wichtig Tiere nicht einfach "los werden zu müssen". Ein guter Einsteiger, der dass Hobby ernst nimmt, bleibt ihm nicht selten über Jahrzehnte, ja gar ein Leben lang treu. Genau diese Menschen sind die idealen guten Hände, in die jeder verantwortungsbewusste Züchter seinen Nachwuchs abgeben will. 

Habe ich den berechtigten Eindruck, dass ein Tier in keine guten Hände kommt, gebe ich jede Anzahlung gerne wieder zurück.

Faire Rule

Ich weiß, dass manche Menschen gerade zu Jahre auf ihre Lieblinge warten, weil es leider nur noch sehr wenige Züchter reinrassiger Boas gibt. Nicht selten muss man 2 Jahre auf einer Liste warten und hat dann oft noch Pech, wenn ein Wurf doch kleiner ausfällt als erhofft.  Gerade dann finde ich die Praxis nicht korrekt Tiere an den Höchstbietenden zu geben oder mit einer festen Zusage zu brechen. Leider kommt dass nicht selten vor bei weniger guten Privatzüchtern (um es ganz klar zu sagen, ich lehne diese Praxis ab und jeder der über Partner verlinkt ist, ebenso). 

Wenn jemand eine spezielle Unterart haben will, bin ich gerne bereit diese zu reversieren, auch lange vor Zuchterfolg. Ich weiß selbst wie schwer es ist an manche Arten zu kommen, darum halte ich meine Versprechen, auch wenn es gar ein Jahr oder länger dauert. Sobald die erste Nachzucht da ist werden die Tiere nach Liste vergeben. 

Abgabe von Nachzuchten

Alle Tiere die ich abgebe, gebe ich bei bester Gesundheit ab, davon kann sich jeder der ein Tier abholt persönlich überzeugen. Die Tiere haben alle mehrmals erfolgreich gefressen und besonders bei den Constrictoren lege ich großen Wert auf Abgabereife. Ich kann dabei nur dafür garantieren, dass die Tiere zum Abgabezeitpunkt fit sind, für die Zeit danach ist ein jeder selbst verantwortlich. Ich stehe dabei jedoch weiterhin mit Rat und Tat zur Seite, so wie es mir möglich ist. Für eine artgerechte Haltung, Ernährung und sich selbst Sachkundig zu machen durch entsprechende Literatur, ist der Halter allerdings selbst verantwortlich (was man aber auch erwarten kann). Eine gute Vorbereitung ist für Erstschlangenhalter unabdingbare Voraussetzung, ebenso wie die Bereitschaft auch nach Jahren der erfolgreichen Haltung noch dazu lernen zu wollen. Auch ich tue dass noch, man wird sprichwörtlich "alt wie ein Haus, doch lernt immer noch nicht aus". Wer dass verinnerlicht, befindet sich auf dem besten Weg und wird viele Jahre Freude an diesem schönen Hobby haben. 

Alle Nachzuchten die die Abgabereife haben, 

  • haben mehrmals selbstständig gefressen
  • sind objektiv bei bester Gesundheit und kräftig 
  • wurden schon in den ersten Wochen schonend an den Umgang mit Menschen gewöhnt, so dass es nicht weiter schwierig sein sollte das Tier auch an die Hand zu gewöhnen (auch wenn der Prozess bei Abgabe manchmal noch nicht abgeschlossen ist)
  • sind Geschlechtsbestimmt nach bestem Wissen und Gewissen. Sollte sich doch mal ein Fehler eingeschlichen haben, nehme ich ein Tier gerne zurück und übergebe sobald wie möglich ein Tier mit dem Wuschgeschlecht
  • sind reinrassige Tiere mit bewiesener oder sehr gut belegter Blutline. Alle Dokumente sind bei mir hinterlegt und archiviert und können bei Erwerb gerne eingesehen werden. Einige Importeure kenne ich dabei persönlich.
  • werden mit Zertifikat und Idenitikationsnummer abgegeben, so dass auch nach vielen Jahren die Blutlinien für jeden nachvollziehbar sind.


Da ich keine Konkurrenz in einem Zuchtvorhaben sehe (ja mich sogar sehr darüber freue, wenn jemand einen Beitrag dazu leisten will diese schönen Arten durch gezielte Nachzucht für unsere heimischen Terrarien auf Dauer vor dem Aussterben zu bewahren), helfe ich auch gerne bei eigenen Zuchtvorhaben weiter. Oft gibt es Tricks und Kniffe die in keinem Buch stehen und es sind Dinge zu beachten, auf die man nie kommen würde. 


IBD Tests führe ich dabei nicht durch, können aber gerne auf eigene Kosten durchgeführt werden wenn man dass für nötig erachtet. Ich bin ein entschiedener Gegner dieser Tests aus dem folgenden Grund:

IBD ist eine sehr seltene Krankheit die bei Boas vor allem bei Morphen und Mischlingen vorkommt die aus US-Importen stammen. In den USA ist sie wesentlich weiter verbreitet, was stark damit zusammenhängt wie die Tiere da gehalten werden (auf einer Börse sind gut und gerne mal 20 Boas in einem Glaskasten zusammen - und da regt man sich hierzulande über Reptilienbörsen auf?!), eine ideale Bedingung unter der sich eine solche Erkrankung verbreiten kann.  Allein durch die Art der Haltung wird klar, warum IBD hier so selten auftritt (außerdem ist dass Wissen darum viel verbreiteter, so dass ein jeder Halter stark auf die Hygiene achtet - Viren abtötende Desinfektion etc.). 

Der IBD Test, testet nur auf Arena Viren und dass obwohl längst nicht abschließend geklärt ist, ob Arena überhaupt mit IBD in Verbindung steht (man stelle sich vor man würde aus Unwissenheit jeden Hund der eine harmlose Allergie hat, als solche nicht erkennen und dass Tier vorsorglich einschläfern - bei Schlangen leider übliche Praxis).  

Selbst wenn Arena mit IBD korreliert, dann misst der Test nur die relative Konzentration und allein die Wahl der dabei genutzten Verteilungsfunktion (bei IDB wäre z.B. eine Exponentialverteilung für seltene Ereignisse angemessen, statt wie meist praktiziert für solche Test, eine Gaußnormalverteilung), beeinflusst das Ergebnis wesentlich und kann zu einer sehr hohen Fehlerquote führen. Als Beispiel seien hier Blutkrebstests und Schwangerschaftstests genannt die, obwohl beim Menschen angewandt und somit weit besser in ihrer Qualität, dafür bekannt sind 10-fach mehr Fehldiagnosen als richtige Diagnosen zu stellen. Bei einer solcher Fehlerquote (bei Tieren wird sich niemand um Sicherheitsstandards scheren und es ist zu erwarten, dass die Fehlerquote noch weit höher ist), gaukelt ein scheinbar objektiver IBD Test, völlig falsche Sicherheit vor.

Halten wir fest, der Test ist extrem ungenau und bei Boas fast nicht aussagekräftig. Trotzdem dass es eine sehr seltene Erkrankung ist, wird fast jeder Tierarzt versuchen einem diesen Test aufzuschwatzen (man kann ja auch sehr viel Geld mit Angst verdienen). Dabei wird selbst bei Human-Medizinern seit Jahrzehnten beklagt, dass sie Studien oft nicht verstehen und Vorsorgeuntersuchungen verkaufen, deren Nutzen mehr als zweifelhaft ist. Dass liegt nicht zuletzt daran, dass Statistik in der Regel kein Studieninhalt von Medizinern ist. Wenn dass beim Menschen schon so katastrophal aussieht, kann jeder sich ja mal überlegen wie die Situation erst bei Veterinären aussehen muss...

Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass nur ein Teil der Arena Virus positiven Tiere, später überhaupt IBD-Veränderungen in Leber und anderen Organen zeigten und es gibt auch Fälle in denen positiv getestete Tiere, später Arenavirusfrei waren, ohne dass IBD jemals ausgebrochen ist. Damit bleibt leider nur zu sagen, was schon 2013 auf Stöckls Seite stand. Wir wissen nicht viel und es ist eben ein Faktor unter vielen. 

Übrigens wurde bereits 2002 in diversen Foren, der Untergang des Hobbys und dass Aussterben aller Boas heraufbeschworen. Fast 20 Jahre Später können wir gelassen auf diese Panikmache zurückblicken. 

Wen es interessiert, ich habe noch einen sehr ausführlicheren Artikel links beigefügt.