Terra Serpentes
Terraristik ist mehr als nur ein Hobby

Peru (Iquitos)

Sysnonym: Peru Rotschwanz Boa, Boa Constrictor Iquitos

Herkunft: Peru

Größe: groß bis sehr groß (Weibchen in Ausnahmefällen über 3m)

Männchen ca. 1,70m bis 2m
Weibchen ca. 2m bis 2,90m (selten über 3m bei reinen Tieren) 

Schwierigkeitsgrad: * * * ° ° °
(mittel)

Für Leute mit Schlangenerfahrung oder engagierte Einsteiger ist die Haltung möglich

Bekannte Varianten:
Iquitos, Pucallpa, Gold-Variante (extrem selten)

Friedlichkeit: * * ° ° ° °

(Jungtiere oft sehr temperamentvoll)

Schutzstatus:  WA II (von der Meldepflicht befreit)


Besonderheit: Die Pucallpa Variante gilt allgemein als deutlich größer im Vergleich zu den Iquitos, doch diese Behauptung kann durch die Terrarienhaltung so nicht bestätigt werden. Beide Varianten von BCC gehören zu den größten Vertretern ihrer Unterart.


Die Peruanische Rotschwanzboa ist auch heute noch eine eher selten im Terrarium anzutreffende Schönheit und hat nichts von ihrem besonderem Charme verloren. 

Die Bonny bzw. Trummer-Linie geht auf einen Import aus Italien zurück. Dort wurden die Tiere schon seit den 80ern regelmäßig gezüchtet. Leider verschwanden diese Tiere in den letzten Jahren zusehens in der Versenkung und so stellen sie heute wieder eine gewisse Seltenheit dar. Es ist schon ein Glück wenn sie überhaupt mal gezüchtet werden und so ist es nicht verwunderlich, wenn die Tiere dann auch schnell wieder weg sind.


Die meisten der damals importierten Tiere, wurden aus der Region Iquitos exportiert und erhielten somit ihren Beinamen Iquitos Variante. Selbiges gilt für die südlich gelegene Pucallpa Variante (benannt nach der größten Stadt in der Exportgegend). Der Name sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Verbreitungsgebiet eher als recht groß anzusehen ist. Die Kart soll dass deutlich machen und zeigen, das der Exportort klein ist im Vergleich zum anzunehmenden Verbreitungsgebiet. 
Die Peru Constrictoren leben in feuchten Regenwäldern mit ausgeprägten Trockenzeiten und kommen in einem recht breiten Gebiet vor, mit vielen lokal leicht unterschiedlichen natürlichen Gegebenheiten vor. 

Typisch ist ihre gelbliche Färbung und ihre ausgeprägte Kopfzeichnung, die jedoch nicht bei jedem Tier gleichermaßen auftritt. Ihre volle Färbung entfalten sie jedoch erst im adulten 
Alter.

Der Kopf ist vergleichsweise breit auch schon bei Jungtieren und so ist es nicht verwunderlich, dass adulte Peruaner oft recht große Köpfe haben. 

 Jungtiere sind meist silbergrau und stark Kontrastreich. Auch die typische rote Schwanzfärbung entfaltet sich erst im adulten Alter, doch zeigen viele Babys bereits einen starken kirschrot Ansatz, der sich anders als bei vielen Surinams, nicht erst im Alter herausbildet. Adulte Weibchen könnten durchaus 
Rekordgrößen erreichen, jedoch ist längst nicht jedes Exemplar so gigantisch. Einige Linien sind weit kleiner und die Tiere sind mit max 2,50 ausgewachsen. Die Männchen scheinen 
dagegen weit kleiner zu bleiben (meist unter 2m). 


Peruaner sind manchmal etwas heikel in der Aufzucht. vereinzeln regurieren Exemplare, so dass man sie eher mäßig füttern sollte. Die Wachstumsphasen sind dadurch recht lang und nicht selten dauert es mindestens 5 Jahre bis ein Jungtier ausgewachsen ist.

Wie bei fast allen Boa Constrictor fehlt es an ausgiebiger Feldforschung um z.B. restlos zu klären, ob ein eigener Unterartstatus gerechtfertigt wäre. Der deutliche Unterschied in der Größe im Vergleich zu anderen Constrictoren, lässt dies zumindest nicht unmöglich erscheinen. Zu vieles ist einfach nicht bekannt.

BCC Peru ist in der heutigen Form erst Ende der 1990er bekannter geworden, davor wurden die Tiere oftmals noch fälschlicher Weise als BC Ortonii bezeichnet. Der eigenständige Unterartstatus von Ortonii gilt bei vielen Experten als erwiesen (vgl. Bonny 2007), doch haben Ortonii und BCC Peru nicht viel gemein.


Peru (Pucallpa)

 

 

Neben den Iquitos gibt es noch die Pucallpas als besonders ansprechende Variante. Auch wenn die Unterschiede zwischen den Tieren nicht so groß sind und manche Experten der Meinung sind, dass sich diese nur in den unterschiedlichen Sattelfelcken und der Färbung zeigen (Pucallpa hat einen deutlichen gelb bis ocker gelben Stich, auch am Bauch), werden die Linien getrennt verpaart.

Der Name geht auf einen Exportort zurück, bei dem jedoch daran gezweifelt werden darf, ob dieser auch der Ort der Naturentnahmen ist. In der Regel kann man die genauen Orte der Naturentnahmen heute nicht mehr zurückverfolgen (was aber auch nicht weiter schlimm ist). Die Schönheit der Pucallpas spricht für sich. 

Die Pucallpas gehören wie die Iquitos eher zu den großen BCC's und können durchaus die 3m Marke überschreiten, was sie in der Regel jedoch nicht tun. 

Bei angemessener Fütterung wird sich die Größe der Weibchen bei knapp über 2,5m einpendeln.

Peruaner, egal ob Iquitos oder Pucallpa, werden sehr viel seltener gezüchtet und angeboten als etwa Surinams und können mit recht als eher selten betrachtet werden. Hat man doch mal das Glück einen Züchter zu finden, so muss man Geduld haben, da dieser oft viele Anfragen hat und die Tiere in der Regel nach Liste vergeben wird. Preislich liegen sie im oberen Mittelfeld.